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Ein Alternativer Karriereweg

Veröffentlicht am 21.12.2017

Ein Alternativer Karriereweg

Wie ich Teilzeit-Geologin und selbständige Pferdefotografin wurde

 

Kennst du das auch? Du hast dich für ein Studium (oder eine Ausbildung) entschieden und irgendwie scheint dein Weg vorgezeichnet zu sein?  Plötzlich findest du dich auf einem Karriere- oder Lebensweg wieder, den du gar nicht bewusst gewählt hast?

Oder du stellst plötzlich fest, dass der gewählte Weg ganz anders ist wie gedacht und er dich gar nicht (mehr) glücklich macht?

 

So erging es mir, nachdem ich 10 Jahre in meine „Ausbildung“ als Geologin investiert hatte. 3 Jahre Bachelorstudium, 3 Jahre Masterstudium, fast 4 Jahre für die Doktorarbeit – die übrigens noch immer nicht ganz fertig ist. Es ist nicht so, dass mir mein Job keinen Spaß machen würde. Im Gegenteil, ich liebe die Geowissenschaften.

 

Ich liebe die WissenschaftIch liebe die Wissenschaft

 

 Bis hierhin hatte sich mein Karriereweg auch zusammengefügt wie ein Puzzle.

 

Doch dann war da plötzlich kein Weg mehr vor mir erkennbar.

 

Eigentlich gab es verschiedene Wege, die ich einschlagen konnte. Doch irgendwie passte keiner voll und ganz zu mir. Weiter in der Wissenschaft bleiben? Das bedeutete auch viel finanzielle Unsicherheit, weil es nur von Projektvertrag zu Projektvertrag gehen würde, wenn überhaupt. Dazu das aktuelle System, das mehr auf Quantität denn auf Qualität der wissenschaftlichen Veröffentlichungen zielte. Wissenschaftler schienen alles Workaholics zu sein oder sein zu müssen, um in diesem System zu bestehen. Wissenschaft ja, aber nicht um diesen Preis! Doch war ein Job in der freien Wirtschaft wirklich besser? Ich wusste es nicht.

 

Und so kam das Ende meines befristeten Vertrages wie ein schwarzes Loch auf mich zu.

 

Zu diesem Zeitpunkt kam ein Workshop mit dem passenden Titel „Fertigstellung deiner Doktorarbeit“ daher, den ich natürlich belegte. Ich hatte keine Ahnung was mich erwartete, rechnete aber im Leben nicht damit, dass dieser meine Zukunft dermaßen verändern würde!

 

Tatsächlich kamen wir schnell zu dem Thema „Was hält mich davon ab die Doktorarbeit schnell fertig zu schreiben?“ und die Antwort war bei allen Teilnehmern gleich „Ich weiß nicht was danach kommt!“ Die berufliche Unsicherheit lähmte uns!

 

Die Workshopleiterin war an dieser Stelle goldwert. Innerhalb weniger Stunden brachte sie mich (und auch die anderen) dazu darüber nachzudenken was man will. Und zwar wirklich

 

„Was will ICH?“

 

Völlig unabhängig davon:

 

Was der traditionelle Weg ist.

Was der Chef sagt.

Was Familie und Freunde sagen.

Was andere sagen könnten.

Was man so an eigenen Unsicherheiten und (Selbst)zweifeln hat!

 

Steine + Kamera = typisch ich (© Anne Büchner)Steine + Kamera = typisch ich (© Anne Büchner)

 

Man hat ja so seine Träume… nur manche sind eben scheinbar so unrealistisch, dass man sie schnell in eine Schublade packt. Wie der Traum das Hobby zum Beruf zu machen und als Pferdefotografin selbständig zu sein… obwohl man ja schon 10 Jahre und viel Geld in das Geologie-Studium gesteckt hat. Das geht doch nicht!

 

Ja, aber warum denn nicht??? Es geht alles!

 

Und wenn es deinen Traumjob nicht gibt, dann erschaffe ihn selbst!

 

Am Ende dieses Workshops war meine Vision ganz klar! Ich wollte zu 50% als Geologin in der Wissenschaft arbeiten und zu 50% selbständig als Pferdefotografin! Und plötzlich wurde alles ganz einfach… ich bekam einen unglaublichen Energieschub, begann noch am selben Abend über die Gründung eines Unternehmens zu recherchieren und erzählte bereits meiner Mutter davon. Überraschenderweise fand sie meinen Plan total gut! Manche Sorgen stellen sich also tatsächlich schnell als unbegründet heraus. ;)

 

Bis ich es meiner Familie, Freunden und vor allem meiner Chefin und meinen Arbeitskollegen erzählte, dauerte es nochmal ein paar Monate. Nachdem ich diesen Schritt aber getan hatte, fühlte ich mich frei! Und plötzlich taten sich Lösungen auf für Probleme, die ich anfangs für unüberwindbar gehalten hatte. Plötzlich hörte ich von Jobsharing und Teilzeitstellen, die man selbst schaffen konnte.

 

Vom Hobby zum Beruf der Pferdefotografin (© Anne Büchner)Vom Hobby zum Beruf der Pferdefotografin (© Anne Büchner)

 

Mit der Gründung wartete ich noch bis mein Arbeitsvertrag tatsächlich ausgelaufen war. Aber dann startete ich direkt voll durch – ich gründete mein Einzelunternehmen und erledigte alle damit einhergehende Bürokratie. Ich erstellte meine Webseite und darauf aufbauend im gleichen Design Flyer und Visitenkarten. Ich beschäftigte mich mit Marketing, Zielgruppenanalyse, Preiskalkulation, Steuer-, Urheber- und Vertragsrecht. Schnell war mir nämlich klar geworden:

 

Wenn, dann mache ich es richtig!

 

Ich will, dass es funktioniert! Also stecke ich aktuell (fast) meine ganze Energie und Liebe in mein Gewerbe! Es ist schließlich meins, wirklich ganz allein meins! Niemand wird mir Aufgaben oder Pflichten abnehmen. Aber ich kann auch über alles völlig frei entscheiden. Ein herrliches Gefühl! :)

 

Genauso schön wie das Gefühl, wenn ich die Kamera in der Hand halte und ein wunderschönes Pferd ablichten darf. Genauso schön wie, wenn ich der Besitzerin die fertigen Bilder überreiche und sie einfach nur überglücklich ist diese Erinnerungen zu haben, die die Ewigkeit überdauern werden. Das sind die Momente, die ich so liebe und von denen ich mehr erleben möchte.

 

Und die Geologie? Die gebe ich noch nicht auf. Aktuell schreibe ich meine Doktorarbeit fertig und suche nach einer Teilzeitstelle. Und die gibt es! Ich muss nur noch die Richtige finden. :)

 

 

Inzwischen bin ich überzeugt davon, dass es funktionieren kann.

Man muss sich nur trauen und es einfach machen!

 

Nachtrag: JA, es funktioniert! Ich habe eine passende Stelle als Teilzeit-Geologin gefunden! ;-)

 

Und du?Und du?

 

Hast du etwas Ähnliches erlebt oder überlegst du noch, ob du ins kalte Wasser springen sollst?

Erzähle mir davon.

Ich bin gespannt welche alternativen Karrierewege es noch so gibt. :)

 

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